10 Vitaminmangelkrankheiten: Ursachen, Symptome und Vorbeugung

Aktualisiert: August 11, 2026Topvitamine
Vitaminmangelkrankheiten können Augen, Blut, Knochen, Nerven und das Immunsystem betreffen. Dieser Überblick erklärt zehn typische Krankheitsbilder und Zusammenhänge mit Vitamin A, B1, B2, B9, B12, C, D, E und K. Sie erfahren, welche Symptome und Risikofaktoren wichtig sind, warum Beschwerden keine Diagnose ersetzen und wann Blutuntersuchungen sowie ärztliche Abklärung sinnvoll sind. Auch Fragen zu Juckreiz, Durchfall und Leberzirrhose werden eingeordnet.
What are the 10 diseases caused by a vitamin deficiency? - Topvitamine

Kurzantwort: Zu den bekanntesten Vitaminmangelkrankheiten zählen Nachtblindheit und Xerophthalmie bei starkem Vitamin-A-Mangel, megaloblastäre Anämie und Nervenschäden bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Skorbut bei Vitamin-C-Mangel, Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen durch Vitamin-D-Mangel sowie Beriberi bei Thiaminmangel. Ein Mangel sollte jedoch nicht allein anhand von Beschwerden festgestellt werden: Viele Symptome sind unspezifisch und können andere Ursachen haben.

Dieser Artikel zeigt zehn wichtige Krankheitsbilder, erklärt typische Risikofaktoren und beschreibt, wie eine ausgewogene Ernährung, gezielte Untersuchungen und – falls erforderlich – eine fachlich begleitete Supplementierung zur Versorgung beitragen können.

Was sind Vitaminmangelkrankheiten?

Vitaminmangelkrankheiten entstehen, wenn dem Körper über längere Zeit ein Vitamin fehlt oder ein Nährstoff wegen einer Erkrankung nicht ausreichend aufgenommen oder verwertet wird. Die Folgen hängen vom betroffenen Vitamin, vom Ausmaß und von der Dauer des Mangels ab. Anfangs können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Hautveränderungen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. Diese Vitaminmangel Symptome sind jedoch nicht beweisend.

Ursachen können eine stark eingeschränkte Ernährung, Schwangerschaft, höheres Alter, Alkoholabhängigkeit, Magen-Darm-Erkrankungen, Fettmalabsorption oder bestimmte Medikamente sein. Wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und die B-Vitamine werden nur begrenzt gespeichert. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können dagegen gespeichert werden; eine unnötige hoch dosierte Einnahme kann deshalb ebenfalls problematisch sein.

Überblick: zehn Erkrankungen und mögliche Vitaminbezüge

KrankheitsbildMöglicher ZusammenhangTypische Hinweise
Nachtblindheit und XerophthalmieStarker Vitamin-A-MangelSehprobleme bei Dunkelheit, trockene Augen
Megaloblastäre AnämieVitamin-B12- oder FolsäuremangelMüdigkeit, Blässe, Leistungsminderung
Neurologische StörungenVor allem Vitamin-B12-MangelKribbeln, Taubheit, Gleichgewichtsstörungen
SkorbutAusgeprägter Vitamin-C-MangelZahnfleischbluten, schlechte Wundheilung
RachitisVitamin-D-Mangel im KindesalterBeeinträchtigte Knochenmineralisierung
OsteomalazieVitamin-D-Mangel bei ErwachsenenKnochenschmerzen, Muskelschwäche
BlutungsneigungVitamin-K-MangelLeichte Blutergüsse oder verlängerte Blutungen
BeriberiSchwerer Thiamin- beziehungsweise Vitamin-B1-MangelNerven-, Muskel- oder Herz-Kreislauf-Probleme
Wernicke-EnzephalopathieSchwerer ThiaminmangelAkuter medizinischer Notfall mit neurologischen Zeichen
RiboflavinmangelVitamin-B2-MangelRissige Mundwinkel, entzündete Zunge, Hautveränderungen

1. Vitamin-A-Mangel: Nachtblindheit und Xerophthalmie

Vitamin A ist an der Sehfunktion, der normalen Funktion des Immunsystems sowie dem Erhalt von Haut und Schleimhäuten beteiligt. Ein ausgeprägter Mangel kann zunächst die Anpassung der Augen an Dunkelheit erschweren. Bei fortgeschrittenem Mangel sind trockene Augen und Schäden an Bindehaut oder Hornhaut möglich.

Vitamin A kommt unter anderem in Leber und Milchprodukten vor. Beta-Carotin, das der Körper teilweise in Vitamin A umwandelt, steckt beispielsweise in Karotten, Süßkartoffeln und grünem Blattgemüse. Bei Erkrankungen mit gestörter Fettaufnahme oder in besonderen Lebensphasen sollte die Versorgung medizinisch beurteilt werden. Hoch dosiertes Vitamin A ist insbesondere in der Schwangerschaft nicht ohne ärztliche Empfehlung geeignet.

2. Vitamin-B12-Mangel: Anämie und Nervenschäden

Vitamin B12 ist für die Bildung roter Blutkörperchen, die DNA-Synthese und die normale Funktion des Nervensystems erforderlich. Ein Vitamin-B12-Mangel kann Müdigkeit, Schwäche, eine megaloblastäre Anämie, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Gangunsicherheit oder kognitive Veränderungen verursachen. Neurologische Folgen können bei langer Dauer teilweise bleibend sein.

Besonders gefährdet sind Menschen mit veganer Ernährung ohne angereicherte Lebensmittel oder Supplemente, ältere Personen sowie Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen oder Aufnahmestörungen. Auch Medikamente können die Versorgung beeinflussen. Zur Abklärung können neben Blutbild und Vitamin B12 weitere Laborwerte wie Methylmalonsäure sinnvoll sein. Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad und kann orale Präparate oder Injektionen umfassen.

3. Vitamin-C-Mangel: Skorbut

Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung, Wundheilung und Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln bei. Ein ausgeprägter Vitamin-C-Mangel kann Skorbut auslösen. Mögliche Anzeichen sind Müdigkeit, entzündetes oder blutendes Zahnfleisch, Hauteinblutungen, Gelenkbeschwerden und eine verzögerte Wundheilung.

Obst, Gemüse und Kartoffeln liefern Vitamin C. Einseitige Ernährung, schwere Essprobleme, bestimmte Erkrankungen oder erhöhter Bedarf können das Risiko erhöhen. Nahrungsergänzung kann in einzelnen Situationen sinnvoll sein, ersetzt aber keine Abklärung der Ursache. Eine passende Auswahl finden Sie beispielsweise in der Vitamin-C-Kollektion.

4. Vitamin-D-Mangel: Rachitis und Osteomalazie

Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium und Phosphat und ist damit für die Knochenmineralisierung wichtig. Bei Kindern kann ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel Rachitis begünstigen. Bei Erwachsenen ist Osteomalazie möglich, bei der die Knochen unzureichend mineralisiert werden. Muskelschwäche oder Knochenschmerzen können auftreten, sind aber nicht spezifisch.

Vitamin D entsteht unter Einfluss von UVB-Strahlung in der Haut; zusätzlich liefern bestimmte Lebensmittel wie fetter Fisch geringe Mengen. Alter, wenig Aufenthalt im Freien, dunklere Hautpigmentierung und bestimmte Erkrankungen können die Versorgung beeinflussen. Ob eine Supplementierung erforderlich ist, hängt von der individuellen Situation ab. Informationen zu Quellen und Sicherheit bietet die Vitamin-D-Kollektion. Bei Verdacht kann der 25-OH-Vitamin-D-Wert ärztlich bestimmt werden.

5. Vitamin-E-Mangel: neurologische und muskuläre Beschwerden

Vitamin E schützt Zellen vor oxidativen Schäden und unterstützt die normale Funktion des Immunsystems. Ein Mangel ist selten und tritt vor allem bei ausgeprägten Fettaufnahmestörungen, bestimmten genetischen Erkrankungen oder schweren Magen-Darm-Erkrankungen auf. Mögliche Folgen sind periphere Neuropathie, Muskelschwäche und Koordinationsprobleme.

Quellen sind Nüsse, Samen, Pflanzenöle und grünes Blattgemüse. Eine hoch dosierte Einnahme sollte nicht eigenständig erfolgen, da Vitamin E fettlöslich ist und Wechselwirkungen, etwa mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln, berücksichtigt werden müssen.

6. Vitamin-K-Mangel: erhöhte Blutungsneigung

Vitamin K wird für die normale Blutgerinnung benötigt und ist am Knochenstoffwechsel beteiligt. Ein Mangel kann sich durch ungewöhnlich leichte Blutergüsse oder verlängerte Blutungen bemerkbar machen. Bei Neugeborenen gelten besondere medizinische Empfehlungen. Erkrankungen mit gestörter Fettaufnahme und bestimmte Arzneimittel können die Versorgung beeinflussen.

Vitamin K1 kommt vor allem in grünem Blattgemüse vor. Wer Gerinnungshemmer einnimmt, sollte seine Vitamin-K-Zufuhr nicht eigenständig stark verändern und Supplemente vorher medizinisch besprechen. Weitere Informationen bietet die Vitamin-K-Kollektion.

7. Vitamin-B1-Mangel: Beriberi und Wernicke-Enzephalopathie

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist am Energiestoffwechsel und an der Nervenfunktion beteiligt. Ein schwerer Mangel kann Beriberi verursachen. Dabei können entweder vorwiegend neurologische Beschwerden oder Herz-Kreislauf-Probleme mit Flüssigkeitseinlagerungen auftreten. Bei chronischem, starkem Alkoholkonsum besteht außerdem das Risiko einer Wernicke-Enzephalopathie. Verwirrtheit, Augenbewegungsstörungen oder Gangunsicherheit sind dabei ein Notfall und müssen sofort medizinisch behandelt werden.

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fleisch und angereicherte Lebensmittel enthalten Thiamin. Bei Alkoholabhängigkeit, längerem Erbrechen, Malabsorption oder künstlicher Ernährung ist eine fachärztliche Beurteilung besonders wichtig.

8. Vitamin-B2-Mangel: Veränderungen an Mund und Haut

Riboflavin, also Vitamin B2, unterstützt den Energiestoffwechsel und trägt zur normalen Funktion roter Blutkörperchen und Schleimhäute bei. Ein Mangel kann eingerissene Mundwinkel, eine entzündete oder geschwollene Zunge, Halsschmerzen und Hautveränderungen verursachen. Ein isolierter Mangel ist selten und kommt oft zusammen mit anderen Ernährungsdefiziten vor.

Milchprodukte, Eier, Fleisch, grünes Gemüse und angereicherte Getreideprodukte sind mögliche Quellen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache abgeklärt werden, statt dauerhaft eigenständig mehrere Präparate einzunehmen.

9. Folsäuremangel: megaloblastäre Anämie und Schwangerschaft

Folat beziehungsweise Folsäure wird für Zellteilung, DNA-Synthese und die Bildung roter Blutkörperchen benötigt. Ein Folsäuremangel kann zu megaloblastärer Anämie, Müdigkeit, blasser Haut und einer entzündeten Zunge führen. Während der frühen Schwangerschaft ist eine ausreichende Folatversorgung besonders wichtig, weil sie zur normalen Entwicklung des Neuralrohrs beiträgt.

Folat liefern unter anderem grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Zitrusfrüchte und angereicherte Lebensmittel. Frauen mit Kinderwunsch sollten die empfohlene Einnahme von Folsäure mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Hebamme besprechen. Folsäure kann einen B12-Mangel teilweise überdecken; deshalb ist bei einer entsprechenden Anämie eine sorgfältige Abklärung wichtig.

10. Kombinierte B-Vitamin-Mängel und Blutarmut

Eine einseitige oder stark eingeschränkte Ernährung führt häufig nicht nur zu einem einzelnen Mangel. Mehrere B-Vitamine können gemeinsam fehlen und dadurch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Entzündungen im Mundbereich oder eine Blutarmut begünstigen. Auch chronische Erkrankungen, Alkoholabhängigkeit und Aufnahmestörungen können mehrere Nährstoffe betreffen.

Die Behandlung richtet sich nach den Laborbefunden und der zugrunde liegenden Ursache. Ein Multivitaminpräparat ist nicht automatisch die passende Lösung, insbesondere wenn Medikamente eingenommen werden oder eine konkrete Erkrankung vorliegt.

Häufige Fragen zu Vitaminmangelkrankheiten

Welche Vitaminmangelkrankheiten gibt es?

Bekannte Beispiele sind Skorbut durch starken Vitamin-C-Mangel, Rachitis durch Vitamin-D-Mangel im Kindesalter, Beriberi durch Thiaminmangel, Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel sowie Anämien und neurologische Störungen bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel. Vitamin-E- und Vitamin-K-Mangel sind seltener und stehen oft mit Aufnahmestörungen oder besonderen medizinischen Situationen in Verbindung.

Welche Vitamine helfen bei Leberzirrhose?

Bei einer Leberzirrhose können je nach Ursache und Krankheitsstadium Mangelzustände auftreten. Es gibt jedoch kein Vitamin, das eine Leberzirrhose heilt. Eine Supplementierung sollte nur nach ärztlicher Untersuchung und anhand von Laborwerten erfolgen, da sowohl Mängel als auch eine Überversorgung problematisch sein können. Bei Alkohol als Ursache ist zudem die medizinische Behandlung der Grunderkrankung entscheidend.

Welcher Vitaminmangel verursacht Juckreiz?

Juckreiz ist kein eindeutiges Zeichen für einen bestimmten Vitaminmangel. Er kann viele Ursachen haben, etwa trockene Haut, Allergien, Hauterkrankungen, Medikamente oder Leber- und Nierenerkrankungen. Einseitige Selbstbehandlung mit Vitaminen ist daher nicht sinnvoll. Bei anhaltendem, starkem oder neu auftretendem Juckreiz sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Kann Vitaminmangel Durchfall verursachen?

Ein Vitaminmangel allein ist nicht die häufigste Ursache für Durchfall. Umgekehrt können länger anhaltender Durchfall, Darmerkrankungen oder eine gestörte Nährstoffaufnahme Vitaminmängel begünstigen. Auch Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere hoch dosierte oder schlecht verträgliche Produkte, können bei manchen Menschen Verdauungsbeschwerden auslösen. Bei längerem oder starkem Durchfall ist ärztlicher Rat wichtig.

Wie wird ein Vitaminmangel festgestellt?

  1. Beschwerden und Risiken erfassen: Ernährung, Medikamente, Vorerkrankungen und mögliche Aufnahmestörungen werden berücksichtigt.
  2. Labor gezielt einsetzen: Blutbild und passende Vitamin- oder Stoffwechselwerte können einen Verdacht bestätigen oder entkräften.
  3. Ursache behandeln: Eine reine Ergänzung reicht nicht immer aus, wenn beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung oder ein Medikament die Aufnahme beeinflusst.
  4. Verlauf kontrollieren: Bei einer Behandlung kann eine erneute Untersuchung sinnvoll sein.

Bei starken Blutungen, ausgeprägter Schwäche, neurologischen Auffälligkeiten, Verwirrtheit oder Beschwerden in der Schwangerschaft sollte zeitnah medizinische Hilfe gesucht werden.

Ernährung und Supplemente sinnvoll einordnen

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und – je nach Ernährungsweise – tierischen oder angereicherten Lebensmitteln ist die Grundlage der Vitaminversorgung. Supplemente können bei nachgewiesenem Mangel, besonderem Bedarf oder eingeschränkter Ernährung sinnvoll sein. Die geeignete Form und Menge hängen vom Nährstoff, der Ursache und der individuellen Situation ab.

Bei der Auswahl sollten Verbraucher auf den enthaltenen Nährstoff, die Dosierung, die Darreichungsform, Allergene und die Eignung für die eigene Ernährungsweise achten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger ist, stillt, an einer chronischen Erkrankung leidet oder ein hoch dosiertes Präparat erwägt, sollte die Auswahl mit einer qualifizierten Fachperson besprechen.

Topvitamine.com bietet thematische Übersichten zu Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln. Diese Informationen ersetzen keine Diagnose oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal.

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