Zink zählt zu den wichtigsten Spurenelementen im menschlichen Körper – doch entgegen der verbreiteten Annahme ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit Zink nicht für jeden geeignet. Dieser Ratgeber erklärt, wer kein Zink nehmen sollte, welche Erkrankungen und Medikamente eine Einnahme riskant machen können und wo die Grenzen einer sinnvollen Dosierung liegen. Leser erfahren, welche fünf Personengruppen nach aktuellem Kenntnisstand auf Zinkpräparate verzichten sollten, wie Wechselwirkungen mit Antibiotika oder Schilddrüsenmedikamenten entstehen und wie eine Zinküberdosierung erkannt wird. Zugleich beleuchten wir die andere Seite: Wer tatsächlich von einer Zinkergänzung profitieren kann und welche Schritte vor einer Einnahme sinnvoll sind.
Was ist Zink und warum braucht der Körper es?
Zink ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper weder selbst herstellen noch über längere Zeit speichern kann. Es ist an über 300 Enzymreaktionen beteiligt und spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem, der Wundheilung, der DNA-Synthese sowie im Eiweißstoffwechsel. Auch für Geschmacks- und Geruchssinn sowie für gesunde Haut, Haare und Nägel ist Zink von Bedeutung.
Die empfohlene tägliche Zufuhr liegt laut den Referenzwerten der National Institutes of Health (NIH) für erwachsene Männer bei etwa 11 mg und für Frauen bei etwa 8 mg pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt geringfügig höhere Werte, da sie zusätzlich berücksichtigt, wie gut Zink aus unterschiedlichen Nahrungsmitteln aufgenommen wird. Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit haben einen leicht erhöhten Bedarf.
In der Regel lässt sich der Bedarf über eine ausgewogene Ernährung decken – gute Quellen sind Austern, Rindfleisch, Geflügel, Käse, Hülsenfrüchte, Haferflocken und Nüsse. Eine Zinkergänzung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa bei nachgewiesener Ernährungslücke oder erhöhtem Bedarf. Sie ist jedoch kein Allheilmittel und sollte niemals als Ersatz für eine vielseitige Ernährung oder medizinische Abklärung dienen.
Warum die Frage „Wer sollte kein Zink einnehmen?" so wichtig ist
Medizinisch muss zwischen „kontraindiziert" und „vorsichtig dosieren" unterschieden werden. Eine Kontraindikation bedeutet, dass eine Einnahme nach heutigem Kenntnisstand ein erhebliches Risiko birgt und grundsätzlich vermieden werden sollte – etwa bei dokumentierter Zinküberempfindlichkeit oder bei Einnahme bestimmter Medikamente. Bei anderen Situationen ist Zink nicht verboten, aber Dosierung und Dauer erfordern Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker.
Zudem gilt: Mehr Zink ist nicht automatisch besser. Da der Körper die Zinkausscheidung begrenzen kann, führt eine dauerhaft hohe Zufuhr zu einer schleichenden Anreicherung. Besonders kritisch ist der Einfluss auf den Kupferstoffwechsel, denn Zink hemmt die Kupferaufnahme im Darm – ein Mechanismus, der bei dauerhafter Überdosierung zu einem Kupfermangel führen kann.
In Deutschland sind Zinkpräparate frei verkäuflich, was häufig mit Sicherheit gleichgesetzt wird. Das ist jedoch ein Trugschluss: Auch Nahrungsergänzungsmittel können Wechselwirkungen auslösen oder bestehende Erkrankungen beeinträchtigen. Frei verkäuflich heißt also nicht risikofrei – besonders dann nicht, wenn Medikamente eingenommen werden oder chronische Erkrankungen bestehen.
Wer sollte kein Zink einnehmen? Die 5 wichtigsten Gruppen
Nach Auswertung der verfügbaren Evidenz, Fachinformationen und Empfehlungen von Institutionen wie dem NIH Office of Dietary Supplements lassen sich fünf Personengruppen identifizieren, bei denen eine Zinkeinnahme entweder kontraindiziert ist oder nur nach ausdrücklicher ärztlicher Abstimmung erfolgen sollte. Im Folgenden werden diese Gruppen im Detail erläutert.
1. Menschen mit Zinküberempfindlichkeit oder Zinkallergie
Wer nach der Einnahme von Zinkpräparaten wiederholt Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen oder Magen-Darm-Beschwerden entwickelt, sollte Zink nicht weiter einnehmen und die Symptome ärztlich abklären lassen. Eine echte Überempfindlichkeit gegenüber Zink ist selten, aber dokumentiert. Bei bestätigter Hypersensitivität gilt die Einnahme als kontraindiziert – auch niedrig dosierte Präparate können dann Beschwerden auslösen. Wichtig ist, die beobachteten Reaktionen nicht selbst zu deuten, da Magen-Darm-Beschwerden zahlreiche andere Ursachen haben können.
2. Menschen mit Hämochromatose und Kupferstoffwechselstörungen
Bei Hämochromatose speichert der Körper übermäßig viel Eisen. Zink kann die Aufnahme von Eisen und Kupfer im Darm additionally beeinflussen und so bestehende Stoffwechselungleichgewichte verstärken. Wer an einer Eisenstoffwechselstörung leidet, sollte Zinkpräparate daher nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen. Gleiches gilt für angeborene oder erworbene Kupferstoffwechselstörungen wie Morbus Wilson: Hier kann Zink sogar therapeutisch eingesetzt werden, die Dosierung obliegt aber ausschließlich der Fachärztin oder dem Facharzt. Eigenmächtige Einnahme ist in diesen Fällen riskant.
3. Menschen mit Nierenerkrankungen und Lebererkrankungen
Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Ausscheidung von Mineralstoffen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann überschüssiges Zink schlechter eliminiert werden, wodurch das Risiko einer Anreicherung steigt. Auch bei Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten, da die Leber an der Regulation des Mineralstoffhaushalts beteiligt ist. Menschen mit chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen sollten daher keine Zinkpräparate ohne ärztliche Empfehlung einnehmen – insbesondere dann nicht, wenn Dialyse oder Medikamententherapien bestehen, die den Mineralstoffwechsel ohnehin beeinflussen.
4. Patienten unter Penicillamin, etwa bei rheumatoider Arthritis
Penicillamin ist ein Wirkstoff, der unter anderem bei rheumatoider Arthritis und bestimmten Kupferstoffwechselstörungen eingesetzt wird. Zink reduziert nachweislich die Aufnahme von Penicillamin im Darm, was die Wirksamkeit der Medikation beeinträchtigen kann. Die FDA-konformen Fachinformationen zu Penicillamin weisen auf diese Wechselwirkung ausdrücklich hin. Betroffene sollten Zinkpräparate daher nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen und, sofern eine Zinkgabe medizinisch erforderlich ist, strenge zeitliche Abstände zwischen beiden Einnahmen einhalten.
5. Männer mit erhöhtem Prostatakrebs-Risiko: Was die Studienlage zeigt
Die Studienlage zu Zink und Prostatakrebs ist uneinheitlich. Einige Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass sehr hohe Zinkdosen – deutlich über den empfohlenen Mengen – mit einem erhöhten Prostatakrebs-Risiko assoziiert sein könnten. Andere Untersuchungen zeigten keinen solchen Zusammenhang. Beobachtungsstudien beweisen keine Kausalität, und die Ergebnisse sind nicht widerspruchsfrei. Männer mit familiärer Vorbelastung oder bestehendem Prostatakrebs-Risiko sollten hohe Zinkdosen deshalb vermeiden und jede Ergänzung ärztlich abklären, bevor sie beginnen.
Zink und Medikamente: gefährliche Wechselwirkungen
Zink hat die Eigenschaft, im Darm mit bestimmten Wirkstoffen stabile Komplexe zu bilden. Dadurch wird das Medikament schlechter aufgenommen und seine Wirkung im Blut sinkt. Diese Art von Wechselwirkung ist dosiskritisch: Sie tritt vor allem auf, wenn Zink und Medikament gleichzeitig eingenommen werden. Ein ausreichender zeitlicher Abstand vermindert das Risiko deutlich.
Zink und Antibiotika: Ciprofloxacin und Tetracycline
Zu den am besten dokumentierten Wechselwirkungen zählen Chinolone wie Ciprofloxacin sowie Tetracycline und Doxycyclin. Diese Antibiotika verlieren durch gleichzeitige Zinkeinnahme erheblich an Aufnahme und Wirkung – ein Effekt, der eine Antibiose gefährden kann. Wer ein Antibiotikum verschrieben bekommen hat, sollte Zinkpräparate während der Behandlungsdauer aussetzen oder den zeitlichen Abstand mit dem Arzt oder Apotheker besprechen.
Zink und Levothyroxin
Levothyroxin, das Schilddrüsenhormon-Präparat bei Hypothyreose, kann durch Zink bereits kurze Zeit nach der Einnahme in seiner Aufnahme gehemmt werden. Studien und Fallberichte zeigen, dass sich die Schilddrüsenwerte verschlechtern können, wenn beide Präparate gleichzeitig eingenommen werden. Als Vorsichtsmaßnahme gilt ein zeitlicher Abstand von mindestens vier Stunden zwischen Levothyroxin und Zink.
Zink, Eisen, Folsäure und Cyanocobalamin
Zink konkurriert mit anderen Mineralstoffen um Aufnahmewege im Darm. Hoch dosiertes Zink kann die Aufnahme von Eisen und Kupfer beeinträchtigen; umgekehrt können hohe Eisengaben die Zinkaufnahme hemmen. Kombinationspräparate mit Folsäure und Cyanocobalamin (Vitamin B12) sind grundsätzlich möglich, doch bei dauerhaft hohen Mineralstoffdosen kann sich das Aufnahmegleichgewicht verschieben. Wer Mehrfachpräparate einnimmt, sollte die Zinkmenge aller Produkte zusammengerechnet im Blick behalten.
Abstandsregeln: So vermeiden Sie Wechselwirkungen im Alltag
- Zwischen Zink und Antibiotika wie Ciprofloxacin oder Tetracyclinen einen zeitlichen Abstand von mindestens zwei, besser vier Stunden einhalten.
- Zink und Levothyroxin mindestens vier Stunden zeitlich trennen.
- Eisenpräparate und Zink nicht gleichzeitig, sondern zu unterschiedlichen Mahlzeiten einnehmen.
- Alle Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente in einer Liste erfassen und mit dem Apotheker durchgehen.
Zinküberdosierung: Risiken einer übermäßigen Zufuhr
Eine einmalige hohe Zinkdosis kann zu akuten Beschwerden führen. Typische Symptome einer akuten Zinkvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfall und Kopfschmerzen. Diese Symptome sind unspezifisch und können viele Ursachen haben – wer sie nach Einnahme eines Präparats erlebt, sollte das Produkt absetzen und bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Hilfe suchen.
Größere Bedeutung hat die chronische Zinküberdosierung. Über Wochen und Monate kann eine dauerhaft hohe Zufuhr die Kupferaufnahme so weit unterdrücken, dass sich ein Kupfermangel entwickelt. Dieser kann sich in neurologischen Beschwerden, Blutbildveränderungen und einer Störung des Immunsystems äußern. Es wurden auch Fälle einer von einem Kupfermangel begünstigten Myeloneuropathie beschrieben. Solche Verläufe sind selten, unterstreichen aber, dass „natürliche" Mineralstoffe keineswegs harmlos sind.
Ist 50 mg Zink am Tag zu viel?
Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete tolerierbare Höchstaufnahme liegt bei etwa 25 mg pro Tag für Erwachsene; die NIH nennt als obere Grenze 40 mg pro Tag. 50 mg täglich liegen also über den etablierten Obergrenzen und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht, etwa bei nachgewiesenem Mangel oder im Rahmen einer spezifischen Therapie, eingenommen werden. Kurze hoch dosierte Zyklen unter medizinischer Begleitung sind etwas anderes als eine dauerhafte Selbsteinnahme.
Nasensprays mit Zink und andere unterschätzte Quellen
Nicht nur Tabletten tragen zur Zinkzufuhr bei. Zinkhaltige Nasensprays und Lutschtabletten, kombinierte Multivitaminpräparate, Multivitamin-Mineralstoff-Produkte sowie angereicherte Lebensmittel summieren sich. Bei Nasensprays mit Zink gab es zudem Berichte über Geruchsstörungen, weshalb deren Anwendung nicht über den empfohlenen Zeitraum hinaus erfolgen sollte. Wer bereits ein Multivitaminpräparat einnimmt, sollte prüfen, wie viel Zink es bereits enthält, bevor ein zusätzliches Zinkprodukt dazukommt.
Wer braucht Zink tatsächlich? Die andere Seite der Medaille
Die Kritik an Zinkpräparaten darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass ein echter Zinkmangel mit gesundheitlichen Folgen verbunden sein kann. Mögliche Anzeichen sind häufig wiederkehrende Infekte, verzögerte Wundheilung, Haarausfall, brüchige Nägel, Geschmacksveränderungen und anhaltende Müdigkeit. All diese Symptome sind jedoch unspezifisch: Sie können auch auf Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Stress, Ernährungsfehler oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zurückgehen. Ein Symptom beweist also niemals einen Zinkmangel.
Bestimmte Gruppen haben ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Zinkzufuhr: Vegetarier und Veganer, da pflanzliche Lebensmittel Phytate enthalten, die die Zinkaufnahme hemmen; Senioren, deren Ernährung oft einseitiger ist; Menschen mit chronischen Darmerkrankungen oder nach Gastric-Bypass-Operationen; sowie Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei diesen Gruppen kann eine gezielte Zinkergänzung nach ärztlicher Prüfung sinnvoll sein.
Zinkmangel testen: Warum Blutwerte allein nicht ausreichen
Ein niedriger Zinkwert im Blutserum ist nicht gleichbedeutend mit einem echten Mangel, da der Großteil des Körperezinks sich in Zellen und Gewebe befindet und der Serumwert stark durch Tageszeit, Nahrungsaufnahme und Entzündungsgeschehen beeinflusst wird. Umgekehrt kann ein normaler Serumwert einen Funktionsmangel nicht ausschließen. Die Diagnose eines Zinkmangels erfordert daher die Kombination aus Blutbild, Ernährungsanamnese, Symptomlage und ggf. weiteren Tests – und gehört in ärztliche Hände.
Schnell-Checklist: Sollte ich auf Zinkpräparate verzichten?
Die folgende Checkliste hilft dabei, die eigene Situation strukturiert einzuschätzen. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern bereitet auf das Gespräch mit Arzt oder Apotheker vor.
Schritt 1: Aktuelle Medikamentenliste prüfen
Nehmen Sie Antibiotika (Ciprofloxacin, Tetracycline), Levothyroxin, Penicillamin, Eisenpräparate oder Diuretika ein? Dann sollten Sie Zink nicht eigenmächtig ergänzen. Auch dauerhafte Medikamententherapien, die den Mineralstoffhaushalt beeinflussen, sprechen für eine Rücksprache, bevor ein neues Präparat dazukommt.
Schritt 2: Bestehende Erkrankungen und Risikofaktoren abgleichen
Vorhandene Erkrankungen der Nieren oder Leber, Hämochromatose, Kupferstoffwechselstörungen, Autoimmunerkrankungen unter entsprechender Medikation sowie eine familiäre Prostatakrebs-Belastung sind Signale, eine Zinkeinnahme vorher ärztlich abzuklären oder zu unterlassen.
Schritt 3: Die eigene Zinkzufuhr über die Nahrung abschätzen
Wer regelmäßig Fleisch, Käse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte oder Nüsse isst, nimmt häufig bereits ausreichend Zink auf. Multivitaminprodukte und angereicherte Lebensmittel erhöhen die Gesamtaufnahme weiter. Erst wenn die Ernährung über Wochen strukturell unzureichend ist oder ein erhöhter Bedarf besteht, ist eine gezielte Ergänzung überhaupt eine Option. Grundlegende Informationen dazu bietet der Leitfaden zu Multivitaminen.
Was tun, wenn Sie bereits Zink einnehmen?
Wer bereits ein Zinkpräparat einnimmt und sich unsicher ist, sollte es nicht abrupt und nicht aus Angst absetzen, sondern die Einnahme kritisch prüfen: Liegt ein nachvollziehbarer Grund vor? Welche Dosis nehmen Sie ein, und welche Zinkmengen stecken zusätzlich in anderen Produkten? Führen Sie Ihre Medikamenten- und Supplementliste zusammen und besprechen Sie sie in der Apotheke oder bei Ihrem Hausarzt. Bei auftretenden Beschwerden wie anhaltender Übelkeit oder neurologischen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Medikamente sollten nicht mit Zink eingenommen werden?
Zu den kritischen Wirkstoffen zählen Antibiotika wie Ciprofloxacin und Tetracycline, Levothyroxin, Penicillamin sowie hoch dosierte Eisenpräparate. Zink hemmt deren Aufnahme im Darm und kann die Wirksamkeit verringern. Ein zeitlicher Abstand von meist vier Stunden verringert das Risiko – die konkrete Planung sollte mit Arzt oder Apotheker erfolgen.
Was passiert, wenn ich Zink nehme, obwohl ich es nicht brauche?
Bei ausreichender Zinkversorgung bringt eine Ergänzung nach heutigem Kenntnisstand keinen messbaren Nutzen. Eine dauerhaft hohe Zufuhr kann jedoch die Kupferaufnahme hemmen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Wer regelmäßig deutlich über den empfohlenen Mengen liegt, riskiert langfristig einen Kupfermangel mit neurologischen und blutbildenden Folgen.
Was sind die Warnsignale eines Zinkmangels?
Häufig genannte Anzeichen sind erhöhte Infektanfälligkeit, verzögerte Wundheilung, Haarausfall, brüchige Nägel, Geschmacksstörungen und Müdigkeit. Diese Symptome sind jedoch unspezifisch und haben oft andere Ursachen. Ein Zinkmangel lässt sich nicht anhand von Symptomen feststellen – die Diagnose gehört in ärztliche Hand und kombiniert Blutwerte mit Ernährungsanamnese.
Ist es schädlich, Vitamin D und Zink zusammen einzunehmen?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Zink und Vitamin D sich in relevantem Umfang bei der Aufnahme behindern. Viele Kombinationspräparate enthalten beide Stoffe gemeinsam. Dennoch empfiehlt sich auch hier ein Blick auf die Gesamtdosierung aller Produkte und eine Rücksprache bei Dauereinnahme mehrerer Nahrungsergänzungsmittel.
Darf ich Zink bei einer Autoimmunerkrankung nehmen?
Nicht grundsätzlich. Zink beeinflusst immunologische Prozesse, und bei manchen Erkrankungen – etwa rheumatoider Arthritis unter Penicillamin – bestehen direkte Wechselwirkungen mit der Medikation. Bei Autoimmunerkrankungen sollte jede Zinkeinnahme mit der behandelnden Fachärztin oder dem Facharzt abgestimmt werden, bevor eine Ergänzung beginnt.
Wie lange kann man Zink gefahrlos einnehmen?
Dazu gibt es keine allgemeingültige Antwort. Dosis und Dauer sollten vom individuellen Bedarf und ärztlicher Einschätzung abhängen. Als Orientierung gilt die Obergrenze von etwa 25 mg pro Tag (EFSA) bzw. 40 mg (NIH). Über mehrere Wochen oder Monate eingenommene höhere Dosen erfordern medizinische Überwachung, insbesondere wegen des Kupferstoffwechsels.
Welche Zinkform ist am besten verträglich?
Organische Zinkverbindungen wie Zinkbisglycinat oder Zinkcitrat gelten als gut verträglich und werden relativ gut aufgenommen; Zinkoxid ist günstiger, aber weniger bioverfügbar. Für Menschen mit empfindlichem Magen kann eine Einnahme zu einer Mahlzeit hilfreich sein. Die Wahl der Form ändert jedoch nichts an den beschriebenen Kontraindikationen und Wechselwirkungen.
Beeinflusst Kaffee die Zinkaufnahme?
Kaffee enthält Phenolverbindungen, die die Aufnahme von Mineralstoffen einschließlich Zink etwas hemmen können. Der Effekt ist in normalen Trinkmengen gering und lässt sich durch einen zeitlichen Abstand von etwa 30 bis 60 Minuten zwischen Kaffee und Zinkeinnahme minimieren. Ein Verzicht auf Kaffee ist dafür nicht erforderlich.
Kann ich Zink zu den Mahlzeiten einnehmen?
Ja. Zinkpräparate verursachen auf nüchternen Magen häufiger Übelkeit, weshalb eine Einnahme zu einer Mahlzeit oft besser vertragen wird. Beachten Sie jedoch, dass ballaststoffreiche, phytatreiche Mahlzeiten die Zinkaufnahme etwas verringern können – ein Effekt, der bei üblichen Dosierungen meist ohne Bedeutung ist.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Zink ist essenziell, aber eine Supplementierung ist nicht für jeden sinnvoll.
- Kontraindiziert ist Zink bei dokumentierter Überempfindlichkeit und unter Penicillamin.
- Bei Nieren- und Lebererkrankungen sowie Hämochromatose ist ärztliche Rücksprache Pflicht.
- Zink hemmt die Aufnahme von Ciprofloxacin, Tetracyclinen und Levothyroxin.
- Zeitliche Abstände von mindestens vier Stunden verringern Wechselwirkungen.
- Dauerhaft über 25–40 mg täglich erhöht das Risiko eines Kupfermangels.
- Ein Zinkmangel lässt sich nicht anhand von Symptomen allein feststellen.
- Vor jeder Einnahme zählen Medikamentenliste und Ernährungssituation mit.
Fazit: Sollten Sie Zinkpräparate einnehmen?
Die entscheidende Erkenntnis dieses Ratgebers lautet: Zink ist ein wertvolles Spurenelement, aber keine Ergänzung, die jeder bedenkenlos einnehmen sollte. Menschen mit bestimmten Erkrankungen, unter bestimmten Medikamenten oder mit dokumentierter Überempfindlichkeit sollten darauf verzichten. Für alle anderen gilt, dass der Bedarf meist über die Ernährung gedeckt werden kann und eine Supplementierung nur nach individueller Prüfung sinnvoll ist.
Zinkpräparate können in konkreten Situationen – etwa bei nachgewiesener unzureichender Zufuhr oder erhöhtem Bedarf – eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Sie ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch eine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall oder Infektanfälligkeit haben oft mehrere Ursachen und sollten nicht als Selbstauskunft für einen Zinkmangel missdeutet werden. Wer lange, hohe oder unspezifische Beschwerden beobachtet, wendet sich am besten an Hausarzt oder Apotheker und entscheidet erst danach über Art, Dosis und Dauer einer Zinkergänzung.
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Zinkbedarf, Zinkmangel, Zinküberdosierung, Kupfermangel, Zink-Kupfer-Gleichgewicht, Wechselwirkungen mit Medikamenten, Zinktoleranzwert, Zinkbioverfügbarkeit, Spurenelemente, Immunsystem, Wundheilung, Nahrungsergänzungsmittel, Tolerierbare Höchstaufnahme, Penicillamin, Levothyroxin, Risikogruppen, Zinkversorgung über die Ernährung