Vitamin-A-Mangel erkennen lässt sich nicht allein anhand einzelner Beschwerden. Hinweise können eine schlechtere Anpassung an Dunkelheit, trockene Augen, trockene Haut oder eine erhöhte Infektanfälligkeit sein. Diese Symptome haben jedoch zahlreiche andere mögliche Ursachen. Eine verlässliche Einschätzung erfordert deshalb eine medizinische Beurteilung und bei Bedarf eine Augen- oder Blutuntersuchung.
Dieser Ratgeber erklärt, was bei zu wenig Vitamin A passieren kann, wer ein erhöhtes Risiko hat, wie Sie Ihren Bedarf über Lebensmittel decken und worauf Sie bei Nahrungsergänzungsmitteln achten sollten.
Was passiert, wenn man zu wenig Vitamin A hat?
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Es trägt zur Erhaltung der normalen Sehkraft, zur normalen Funktion des Immunsystems sowie zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute bei. Außerdem ist es an der Zellteilung und der normalen Entwicklung von Zellen beteiligt.
Bei einer unzureichenden Versorgung können zunächst unspezifische Beschwerden auftreten. Mögliche Vitamin-A-Mangel-Symptome sind:
- erschwerte Anpassung an Dunkelheit oder Nachtblindheit
- trockene, gereizte oder brennende Augen
- trockene, raue oder schuppige Haut
- trockene Schleimhäute
- eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
- bei Kindern möglicherweise Wachstumsprobleme oder häufige Infekte
Ein ausgeprägter, unbehandelter Mangel kann die Augenoberfläche und die Hornhaut schädigen. In schweren Fällen sind bleibende Sehstörungen möglich. Solche ausgeprägten Mangelzustände sind in Deutschland selten, sollten bei entsprechenden Beschwerden aber ernst genommen werden.
Müdigkeit, trockene Haut oder wiederkehrende Erkältungen beweisen für sich allein keinen Vitamin-A-Mangel. Halten Beschwerden an, verschlimmern sie sich oder treten Sehstörungen auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Welche Anzeichen sind besonders wichtig?
Nachtblindheit und Schwierigkeiten bei schwachem Licht
Vitamin A wird für die Bildung lichtempfindlicher Sehstoffe in der Netzhaut benötigt. Bei einer Unterversorgung kann sich die Anpassung an Dunkelheit verschlechtern. Betroffene sehen beispielsweise beim Wechsel von einem hellen in einen dunklen Raum schlechter oder fühlen sich beim nächtlichen Autofahren unsicher.
Nachtblindheit kann auch durch Augenkrankheiten, Medikamente oder andere Ursachen entstehen. Neue oder zunehmende Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung sollten daher augenärztlich abgeklärt werden.
Trockene Augen und Veränderungen der Augenoberfläche
Trockene oder brennende Augen können zu einer unzureichenden Versorgung passen. Bei einem deutlichen Mangel sind Veränderungen an der Bindehaut möglich, darunter sogenannte Bitot-Flecken. Starke Trockenheit, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder eine Verschlechterung des Sehens sind Gründe für eine zeitnahe Untersuchung.
Trockene, raue Haut
Vitamin A ist an der normalen Erneuerung von Hautzellen beteiligt. Trockene, raue oder schuppige Haut kann deshalb ein Hinweis sein. Häufiger liegen jedoch andere Auslöser zugrunde, etwa Neurodermitis, trockene Luft, Hauterkrankungen oder bestimmte Medikamente. Behandeln Sie Hautveränderungen daher nicht eigenständig mit hoch dosierten Vitamin-A-Präparaten.
Infektanfälligkeit
Vitamin A unterstützt die normale Funktion des Immunsystems und den Erhalt von Schleimhäuten. Bei einem echten Mangel können Infektionen schwerer verlaufen. Wiederkehrende Erkältungen oder Atemwegsinfekte sind jedoch unspezifisch und reichen nicht aus, um einen Mangel festzustellen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-A-Mangel?
Ein Vitamin-A-Mangel wird wahrscheinlicher, wenn die Ernährung über längere Zeit sehr einseitig ist oder die Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen beeinträchtigt wird. Mögliche Risikofaktoren sind:
- Erkrankungen des Darms, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber
- Störungen der Fettverdauung oder Fettaufnahme
- eine länger andauernde, sehr fettreduzierte Ernährung
- starker Alkoholkonsum
- ein erhöhter Bedarf in bestimmten Lebensphasen
Auch Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen können besondere Aufmerksamkeit benötigen. Schwangere sollten Vitamin A nicht eigenständig hoch dosiert einnehmen, da insbesondere vorgeformtes Vitamin A in hohen Mengen problematisch sein kann. Die individuelle Versorgung sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden.
Wie decke ich meinen Vitamin-A-Bedarf?
Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Vitamin-A-Bedarf bei vielen Menschen. Dabei ist zwischen vorgeformtem Vitamin A und Provitamin-A-Carotinoiden zu unterscheiden.
Lebensmittel mit vorgeformtem Vitamin A
Vorgeformtes Vitamin A, vor allem Retinol, kommt in tierischen Lebensmitteln vor. Dazu gehören:
- Leber und Leberprodukte
- Eier
- Milch und Milchprodukte
- fettreicher Fisch in unterschiedlichen Mengen
Leber gehört zu den konzentriertesten Quellen für Vitamin A. Deshalb sollte sie nicht regelmäßig in großen Mengen verzehrt werden. Für Schwangere gelten besondere Vorsichtsregeln; sie sollten den Verzehr von Leber mit einer medizinischen Fachkraft besprechen.
Lebensmittel mit Beta-Carotin
Beta-Carotin ist ein Provitamin, das der Körper je nach Bedarf in Vitamin A umwandeln kann. Pflanzliche Vitamin-A-Quellen sind vor allem orange, rote und dunkelgrüne Lebensmittel, zum Beispiel:
- Karotten
- Süßkartoffeln
- Kürbis
- Spinat und anderes dunkelgrünes Blattgemüse
- Grünkohl
- rote Paprika
- Aprikosen und Mangos
Eine kleine Menge Fett in der Mahlzeit kann die Aufnahme fettlöslicher Nährstoffe unterstützen. Wie viel Beta-Carotin tatsächlich in Vitamin A umgewandelt wird, hängt unter anderem von der individuellen Ernährung und Verdauung ab. Lebensmittel liefern jedoch nicht automatisch die gleiche Menge vorgeformtes Vitamin A wie ein Retinol-Präparat.
Wo ist am meisten Vitamin A drin?
Zu den konzentriertesten natürlichen Quellen gehört Leber. Sie liefert vorgeformtes Vitamin A. Orangefarbenes Gemüse und dunkelgrünes Blattgemüse enthalten dagegen vor allem Beta-Carotin. Diese Formen sind nicht gleichzusetzen. Eine abwechslungsreiche Kombination verschiedener Lebensmittel ist daher sinnvoller, als sich auf eine einzige Quelle zu konzentrieren.
Wie wird ein Vitamin-A-Mangel festgestellt?
Ein Vitamin-A-Test wird nicht allein aufgrund einer Symptomliste ausgewählt. Ärztliche Fachkräfte berücksichtigen Beschwerden, Ernährung, Vorerkrankungen, Medikamente und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Je nach Situation können eine Augenuntersuchung und eine Blutuntersuchung, beispielsweise des Serumretinols, infrage kommen.
Blutwerte müssen im Zusammenhang interpretiert werden. Akute Infektionen oder Entzündungen können die Beurteilung beeinflussen. Bei auffälligen Sehstörungen kann zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung notwendig sein. Informieren Sie die Praxis genau darüber, welche Vitaminpräparate Sie verwenden und in welcher Menge.
Vitamin-A-Supplemente: Wann können sie sinnvoll sein?
Vitamin-A-Supplemente können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde oder die Aufnahme aufgrund einer Erkrankung eingeschränkt ist. Die Ursache der Unterversorgung sollte dabei ebenfalls berücksichtigt oder behandelt werden. Ein Präparat ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch die notwendige medizinische Versorgung.
Achten Sie bei der Auswahl auf die Form und die enthaltene Menge. Retinol beziehungsweise vorgeformtes Vitamin A wird anders bewertet als Beta-Carotin. Prüfen Sie außerdem, ob bereits ein Multivitaminpräparat oder ein anderes Produkt Vitamin A enthält. Mehrere Präparate können sich unbemerkt addieren.
Eine eigenständige Einnahme hoch dosierter Präparate ist nicht empfehlenswert. Das gilt besonders für Kinder, Schwangere und Stillende, Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Personen, die Medikamente oder retinoidhaltige Arzneimittel einnehmen. Lassen Sie sich bei Unsicherheit fachlich beraten.
Vitamin-A-Überdosierung und wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Als fettlösliches Vitamin kann sich vorgeformtes Vitamin A im Körper anreichern. Eine längerfristig zu hohe Zufuhr kann unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautveränderungen, Leberprobleme oder Veränderungen an den Knochen verursachen. Akute Beschwerden nach einer sehr hohen Einnahme erfordern eine sofortige medizinische Beratung.
Beta-Carotin aus Lebensmitteln gilt im Allgemeinen als gut verträglich. Hoch dosierte Beta-Carotin-Supplemente sind jedoch nicht für alle Menschen geeignet. Für Raucherinnen und Raucher sowie Personen, die früher geraucht haben, werden hoch dosierte Beta-Carotin-Präparate nicht empfohlen, da in Studien ein erhöhtes Risiko beobachtet wurde. Das ist kein Grund, beta-carotinhaltiges Gemüse zu meiden. Besprechen Sie Supplemente mit einer medizinischen Fachkraft.
Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, schwanger sind, stillen oder an einer chronischen Erkrankung leiden, klären Sie die Einnahme von Vitamin-A-Supplementen vorher ab. Ändern oder beenden Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig.
Häufige Fragen zu Vitamin-A-Mangel
Was passiert, wenn man zu wenig Vitamin A hat?
Mögliche Folgen sind eine schlechtere Anpassung an Dunkelheit, trockene Augen und Haut, trockene Schleimhäute sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit. Ein ausgeprägter Mangel kann die Augen schädigen. Die Beschwerden sind jedoch nicht eindeutig und sollten medizinisch abgeklärt werden.
Wie decke ich meinen Vitamin-A-Bedarf?
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln, grünem Blattgemüse und geeigneten tierischen Lebensmitteln kann zur Versorgung beitragen. Bei einer gestörten Aufnahme oder einem bestätigten Mangel kann eine individuelle fachliche Beratung erforderlich sein.
Wo ist am meisten Vitamin A drin?
Leber gehört zu den konzentriertesten Quellen für vorgeformtes Vitamin A. Beta-Carotin liefern vor allem orangefarbene und dunkelgrüne pflanzliche Lebensmittel. Leber sollte nicht in großen Mengen oder sehr häufig verzehrt werden.
Ist Vitamin A für Raucher geeignet?
Vitamin A aus normalen Lebensmitteln ist nicht grundsätzlich ungeeignet. Hoch dosierte Beta-Carotin-Supplemente sollten Raucherinnen, Raucher und ehemalige Raucher jedoch vermeiden, sofern keine medizinische Empfehlung vorliegt. Bei einem vermuteten Mangel ist fachliche Beratung wichtiger als die eigenständige Einnahme eines Präparats.
Können Vitamin-A-Supplemente einen Mangel beheben?
Das hängt von Ursache, Ausmaß und Form des Mangels ab. Eine Supplementierung kann Teil einer Behandlung sein, sollte bei einem bestätigten Mangel aber nach fachlicher Anleitung erfolgen. Eine zugrunde liegende Ernährungs- oder Aufnahmestörung muss gegebenenfalls ebenfalls berücksichtigt werden.
Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?
Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden, Nachtblindheit, Schmerzen am Auge, deutlichen Sehstörungen, wiederkehrenden Infektionen oder Verdacht auf einen Mangel sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Bei Kindern, in der Schwangerschaft und bei chronischen Erkrankungen ist eine individuelle Beratung besonders wichtig.
Wenn Sie sich auch über andere Nahrungsergänzungsmittel informieren möchten, finden Sie bei Topvitamine.com Informationen und Produkte rund um Vitamin D, eine Auswahl an Vitamin C sowie Omega-3-Präparate. Diese Produkte sind kein Ersatz für die Abklärung eines möglichen Vitamin-A-Mangels.