Kurzantwort: Setzen Sie Nahrungsergänzungsmittel vor dem Bluttest nicht eigenständig ab. Informieren Sie die Arztpraxis oder das Labor über alle Vitamine, Mineralstoffe, pflanzlichen Präparate, Pulver, Shakes und Sportprodukte, die Sie einnehmen. Besonders Biotin vor dem Bluttest ist wichtig, weil Vitamin B7 bestimmte immunologische Laborverfahren beeinflussen kann. Bei einem angeordneten Nüchternbluttest werden nicht notwendige Supplemente meist erst nach der Blutabnahme eingenommen. Welche Regel gilt, hängt jedoch von den untersuchten Werten und den Vorgaben der Praxis ab.
Die wichtigsten Regeln vor der Blutabnahme
- Nüchternheit klären: Fragen Sie nach, ob Sie nüchtern erscheinen müssen und wie lange das Fasten dauern soll. Wasser ist bei vielen Nüchternuntersuchungen erlaubt, die Anweisung des Labors hat jedoch Vorrang.
- Wasser trinken: Wenn nichts anderes angeordnet wurde, kann Wasser die Blutabnahme erleichtern. Kaffee, Saft, Milch, Softdrinks und andere kalorienhaltige Getränke gehören während des Fastenfensters in der Regel nicht dazu.
- Medikamente nicht selbst verändern: Verschreibungspflichtige Medikamente und therapeutisch eingesetzte Präparate dürfen Sie nicht ohne ärztliche Anweisung absetzen oder verschieben.
- Alle Präparate nennen: Informieren Sie das medizinische Personal auch über gelegentlich verwendete Produkte, hoch dosierte Präparate, Kombinationen, Proteinshakes und Produkte mit Biotin.
- Keine Extra-Dosis einnehmen: Eine zusätzliche Portion kurz vor der Blutabnahme kann manche Nährstoffwerte kurzfristig beeinflussen. Beginnen Sie unmittelbar vor der Untersuchung außerdem kein neues Präparat.
- Ungewöhnliche Belastungen vermeiden: Alkohol, Flüssigkeitsmangel und ungewohnt intensive sportliche Belastung können je nach Untersuchung ebenfalls eine Rolle spielen.
Eine einzelne Dosis kurz vor der Blutabnahme kann bei bestimmten Tests den aktuellen Blutspiegel beeinflussen. Eine mehrtägige Pause ist aber nicht für jede Untersuchung sinnvoll und kann bei Verlaufskontrollen die Vergleichbarkeit erschweren. Fragen Sie deshalb, ob Sie Ihren üblichen Einnahmeplan beibehalten oder die morgendliche Einnahme bis nach dem Termin verschieben sollen.
Welche Vitamine sollte man vor der Blutuntersuchung nicht einnehmen?
Eine allgemeingültige Verbotsliste für Vitamine vor der Blutabnahme gibt es nicht. Maßgeblich sind die geplanten Laborwerte, die Dosierung, der Einnahmezeitpunkt und die Anweisung der Praxis. Einige Inhaltsstoffe sollten Sie aber besonders erwähnen.
Biotin, Vitamin B7
Biotin steckt unter anderem in manchen Präparaten für Haare, Haut und Nägel, Multivitaminen und B-Komplex-Produkten. Es kann bestimmte immunologische Laborverfahren stören. Betroffen sein können beispielsweise Untersuchungen der Schilddrüse, Hormone und einige Herzmarker. Dadurch können Ergebnisse unzutreffend erhöht oder erniedrigt erscheinen.
Wenn Ihr Präparat Biotin enthält, teilen Sie der Praxis den Produktnamen, die Dosierung und den Zeitpunkt der letzten Einnahme mit. Ob eine Pause erforderlich ist und wie lange sie dauern soll, entscheidet die behandelnde Praxis oder das Labor anhand der Dosis, des Testverfahrens und der Dringlichkeit der Untersuchung. Warten Sie wegen eines dringenden Bluttests nicht eigenständig ab.
Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D
Wenn ein Nährstoffwert bestimmt wird, kann die regelmäßige Einnahme das Ergebnis mitbestimmen. Das ist nicht automatisch eine Verfälschung: Häufig soll die Versorgung unter dem aktuellen Einnahmeplan beurteilt werden. Nehmen Sie jedoch keine Extra-Dosis direkt vor der Blutabnahme ein und fragen Sie, ob die morgendliche Einnahme bis danach warten soll.
Vitamin D wird meist als 25-Hydroxy-Vitamin-D gemessen. Eine einzelne ausgelassene Dosis verändert den längerfristigen Versorgungsstatus in der Regel nicht wesentlich. Für eine Verlaufskontrolle ist ein gleichbleibender Einnahmeplan meist aussagekräftiger als ein kurzfristiges Anheben des Wertes.
Multivitamine und Eisen
Multivitamine enthalten mehrere Vitamine und Mineralstoffe und manchmal Öle oder andere kalorienhaltige Zusätze. Bei einem Nüchternbluttest werden sie daher meist erst nach der Blutabnahme eingenommen, sofern die Praxis nichts anderes vorgibt.
Eisen vor dem Bluttest kann im Zusammenhang mit einem Eisenstatus für die Interpretation relevant sein. Ob Sie ein Eisenpräparat pausieren sollen, entscheidet die Praxis. Eine verordnete Eiseneinnahme sollten Sie nicht selbstständig verändern.
Welche Supplemente können Blutwerte beeinflussen?
Welche Supplemente vor der Blutabnahme relevant sind, hängt immer vom Test, der Dosis, der Einnahmedauer und der individuellen Situation ab.
| Supplement oder Inhaltsstoff | Warum es relevant sein kann | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| Biotin | Kann bestimmte immunologische Tests beeinflussen | Produkt, Dosis und letzte Einnahme melden; eine mögliche Pause mit Praxis oder Labor klären |
| Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D | Können den jeweils gemessenen Nährstoffwert mitbestimmen | Keine Extra-Dosis einnehmen und den Einnahmezeitpunkt erfragen |
| Multivitamine | Enthalten mehrere Wirkstoffe und möglicherweise Kalorien | Bei einer Nüchternuntersuchung meist bis nach der Abnahme warten |
| Eisen | Kann bei der Beurteilung eines Eisenstatus relevant sein | Nicht eigenständig absetzen; Vorgabe der Praxis befolgen |
| Omega-3 und Fischöl | Können im Zusammenhang mit Blutfetten und der Einnahmeanamnese relevant sein | Einnahme angeben und die Vorgaben für das Lipidprofil beachten |
| Pflanzliche Präparate | Können je nach Produkt mit Medikamenten oder Untersuchungen relevant sein | Produktnamen und vollständige Inhaltsstoffe nennen |
| Vitamin E und Vitamin K | Können in höheren Dosen im Zusammenhang mit Blutgerinnung oder Medikamenten wichtig sein | Nicht selbstständig absetzen und die Einnahme mitteilen |
Nüchternbluttest: Was ist erlaubt?
Bei einem Nüchternbluttest bedeutet nüchtern in der Regel, dass Sie während des vorgegebenen Zeitraums nichts essen und keine kalorienhaltigen Getränke trinken. Wasser ist häufig erlaubt. Kaffee, Milch, Saft, Proteinshakes, Riegel und Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie während des Fastenfensters nicht automatisch als unproblematisch ansehen.
Für viele Untersuchungen ist es praktisch, nicht notwendige Supplemente am Morgen erst nach der Blutabnahme einzunehmen. Das gilt besonders für Multivitamine, Mineralstoffkombinationen, Fischöl und Produkte mit Kalorien. Es gibt jedoch keinen universellen Grund, jedes Präparat vor jedem Bluttest 24, 48 oder 72 Stunden abzusetzen.
Was kann Bluttestergebnisse außerdem beeinflussen?
Neben Supplementen können auch folgende Faktoren Blutwerte beeinflussen:
- vorherige Mahlzeiten und kalorienhaltige Getränke
- Alkohol und Flüssigkeitsmangel
- ungewohnt intensive körperliche Belastung
- Stress, Schlafmangel und der Zeitpunkt der Blutabnahme
- akute Infektionen oder andere aktuelle Beschwerden
- Medikamente und deren Einnahmezeitpunkt
Protein-, Kollagen- und Sportprodukte können Zucker, Aminosäuren, Mineralstoffe oder andere kalorienhaltige Bestandteile enthalten. Auch zuckerfreie Elektrolytmischungen können Natrium, Kalium oder Magnesium liefern. Bei Nieren- oder Herzerkrankungen und bei bestimmten Medikamenten ist deshalb besondere Rücksprache wichtig.
Was sollte man am Abend vor dem Bluttest beachten?
Halten Sie die Anweisungen der Praxis zum Fasten und Trinken ein. Vermeiden Sie Alkohol, ungewöhnlich intensive Belastung und zusätzliche Supplement-Dosen. Beginnen Sie am Vorabend nicht mit einem neuen Präparat, um einen Laborwert kurzfristig zu verändern. Medikamente oder therapeutische Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie nur nach ärztlicher Anweisung verändern.
Was Sie der Arztpraxis oder dem Labor mitteilen sollten
Bringen Sie möglichst eine Liste oder ein Foto der Etiketten mit. Nützlich sind:
- Produktname und Hersteller
- alle Inhaltsstoffe und die tägliche Menge
- Zeitpunkt der Einnahme
- Zeitpunkt der letzten Einnahme vor dem Test
- gelegentlich verwendete Produkte sowie Pulver, Shakes und pflanzliche Extrakte
Besondere Rücksprache ist sinnvoll, wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen, eine Nieren-, Leber-, Schilddrüsen- oder Herzerkrankung haben oder die Untersuchung wegen konkreter Beschwerden erfolgt. Anhaltende, starke oder zunehmende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden; ein Bluttest ersetzt keine Untersuchung.
Nach der Blutabnahme: Nahrungsergänzungsmittel wieder einnehmen?
Nach einer üblichen Blutabnahme ist normalerweise keine besondere Erholung mit Nahrungsergänzungsmitteln erforderlich. Trinken Sie Wasser und essen Sie wieder wie gewohnt, sobald die Testanweisung es erlaubt. Wenn Ihnen schwindelig wird, setzen oder legen Sie sich hin und informieren Sie das Personal.
Die meisten nicht notwendigen Supplemente können nach der Blutabnahme gemäß Ihrem bisherigen Plan wieder eingenommen werden, sofern die Praxis nichts anderes angeordnet hat. Beginnen Sie aufgrund eines einzelnen Laborwertes jedoch nicht eigenständig mit hoch dosiertem Eisen, Vitamin D oder anderen Präparaten. Laborwerte sollten zusammen mit Beschwerden, Ernährung, Medikamenten und weiteren Befunden beurteilt werden.
Supplemente nach dem Bluttest passend auswählen
Wenn Sie nach der Untersuchung ein Präparat auswählen möchten, achten Sie auf eine klar deklarierte Zusammensetzung, eine für Ihren Zweck passende Dosierung und möglichst wenige unnötige Überschneidungen mit anderen Produkten. Prüfen Sie außerdem Allergene, Kalorien, Süßungsmittel und die Eignung für Ihre Ernährungsweise. Bei Medikamenten, chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit sollte die Auswahl fachlich geprüft werden.
Weitere Informationen finden Sie in der Vitamin-D-Kollektion, der Vitamin-C-Kollektion, im Magnesium-Sortiment und bei Omega-3-Produkten mit DHA und EPA. Die Auswahl eines Produkts ersetzt keine individuelle Empfehlung zur Vorbereitung auf eine Laboruntersuchung.
Häufige Fragen zu Supplementen vor dem Bluttest
Welche Vitamine sollte man vor einer Blutuntersuchung nicht einnehmen?
Eine allgemeine Verbotsliste gibt es nicht. Besonders wichtig ist Biotin, weil es manche Laborverfahren stören kann. Bei Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Eisen und Multivitaminen kommt es auf die Untersuchung und die Vorgaben der Praxis an. Nehmen Sie keine Extra-Dosis ein und fragen Sie nach dem richtigen Einnahmezeitpunkt.
Was sollte man am Abend vor dem Bluttest nicht tun?
Vermeiden Sie Alkohol, ungewöhnlich intensive Belastung und zusätzliche Supplement-Dosen. Halten Sie die Anweisungen zum Fasten und Trinken ein und verändern Sie Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung.
Was kann Bluttestergebnisse verfälschen?
Je nach Untersuchung können Mahlzeiten, kalorienhaltige Getränke, Flüssigkeitsmangel, Alkohol, Sport, Stress, Schlafmangel, akute Erkrankungen, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Werte beeinflussen. Auch der Zeitpunkt der letzten Einnahme kann für bestimmte Nährstofftests relevant sein.
Welche Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen Bluttests?
Am besten bekannt und praktisch besonders relevant ist die mögliche Beeinflussung bestimmter immunologischer Tests durch Biotin. Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Omega-3, Vitamin K und pflanzliche Präparate können je nach Untersuchung, Dosis und Einnahmedauer ebenfalls für die Interpretation wichtig sein. Informieren Sie das Labor vollständig.
Fazit
Die richtige Vorbereitung auf einen Bluttest bedeutet nicht, möglichst viele Nahrungsergänzungsmittel eigenständig abzusetzen. Entscheidend sind die Testart, die Laboranweisung und eine vollständige Liste aller verwendeten Produkte. Achten Sie besonders auf Biotin, halten Sie bei einem Nüchternbluttest die Vorgaben ein und verändern Sie Medikamente oder therapeutische Supplemente nur nach Rücksprache.